Die häufigsten Probleme mit Rohkost

By Thora Sattler (edited by Andreas Schulz)
Rohkost ist ein Reinigungsweg und man kann ihn nur in Schritten gehen.
Diese Schritte hängen ganz speziell vom Vergiftungsgrad des Körpers durch Zivilisationskost ab und man kann für die einzelnen Stufen keine bestimmten Zeitangaben machen, für jeden ist es ein ganz persönlicher Weg des reiner und sensibler Werdens und auch des Hörens und Verstehenlernens des eigenen Körpers. Besonders zum Anfang der Umstellung sollte man in Ruhe vorgehen.. (außer, man ist bereits schwer krank, und muss deshalb einen anderen, ganz speziellen Weg wählen). So kann der Körper langsam ausscheiden und man kann sich an den vielen gesundheitlichen Vorteilen und wunderbaren, leichten “Supergefühlen”, die man durchs Rohkost Essen bekommt… schnell erfreuen.
Trotzdem kann es in allen Stufen des Rohkost Reinigungswegs zu Problemen kommen. Hier die Häufigsten und was man dann machen kann:

(1) Probleme in der Umstellung

1. Durchfall

Viele Körper reagieren bei der Umstellung auf Rohkost mit Durchfall… damit versucht er sich auf schnellstmöglichem Weg von Giften zu befreien. Es ist eine natürliche Reinigung des Dickdarms. Normalerweise beruhigt sich die Verdauung von alleine zwar wieder nach ein paar Tagen aber es ist natürlich unangenehm, vor allem wenn derjenige arbeiten muss. Und es gibt auch Fälle, wo es länger andauert.
Mein Tipp wäre> min. 2-3 Tage Saftfasten zu machen mit folgenden Säften> Karottensaft und Karottensaft mit Sellerie, Petersilie, Spinat.

2. Verkehrte Kombinationen und dadurch Verdauungsbeschwerden wie Übersäuerung, Völlegefühl, Aufstoßen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Luft im Bauch

(die richtigen Lebensmittelkombinationen von Harvey und Marylin Diamond aus Fit fürs Leben)

  • Säuren und Stärken getrennt essen
  • Eiweiß und Kohlenhydrate getrennt essen
  • Nur eine konzentrierte Eiweißnahrung während einer Mahlzeit essen
  • Eiweiß und Säuren getrennt essen
  • Fette und Eiweiß getrennt essen
  • Zucker und Eiweiß getrennt essen
  • Melone alleine essen.

Es gibt viele leckere Rohkost-Rezepte, aber es macht nicht alles froh, was roh ist.. und schon gar nicht, wenn es so stark vermischt ist. Lieber einfache Rezepte machen, mit wenig Zutaten und am besten Mono essen.

3. Schwindelgefühle

In der Umstellung kann es zu Schwindelgefühlen, Kopfschmerzen, etc. kommen. Deshalb, weil die abgelagerten Gifte in den Körper-Kreislauf kommen. Dabei kann man sich schon recht schlecht fühlen. Hier hilft Fasten.. 2-3 Tage Saftfasten, um den Körper zu entlasten. In manchen Fällen, besonders wenn man unter viel Stress steht, Sorgen hat, etc. kann es aber auch besser sein, die Ausscheidung etwas zu verlangsamen, indem man noch mal etwas gekochtes isst. Z.B. Kartoffeln oder etwas gekochtes Gemüse, etc. Das muss man selbst versuchen um richtig zu entscheiden, ob es gut ist einen Schritt voran oder (nur für kurze Zeit) ein Schritt zurück zu gehen.

4. Zuviel essen

…wenn man nicht satt wird…
Sehnsucht nach dem normalen Essen:

Wir müssen uns bewusst werden, dass wir süchtig sind nach verschiedenen Sachen der Zivilisationskost und diese Sucht ist nicht anders wie bei einem Heroinsüchtigen oder einem Alkoholsüchtigen… Wir können aber davon loskommen, es braucht nur Willensstärke und es hilft dabei sehr, die innere Überzeugung. Zu wissen warum wir Rohkost essen wollen, warum es wichtig ist für unseren Körper. Je mehr wir darüber wissen, desto besser. Der Wille und die absolute Überzeugung muss da sein. Nur davon hängt der Erfolg ab, ob wir es schaffen durchzuhalten. In der Umstellung neigen wir leicht dazu zuviel zu essen, weil wir essen und essen und wir denken dabei etwas an die Zivilisationskost und können den Geschmack ja doch nicht mit Rohkost erreichen. Sind unzufrieden und essen mehr, als wir wollen, und sind mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden. Aber dieser Zustand verliert sich bald, wenn man “hart” bleibt. Ich hatte mir damals damit geholfen mir in der Rohkost nur das für mich Leckerste heraus zu suchen und Alternativen für die verschiedenen Geschmacksrichtungen zu finden. Heutzutage in der Gourmet-Rohkost-Küche gibt es sehr viele leckere, geschmackvolle Alternativen, um die Umstellung auf Rohkost erleichtern. Zum Anfang meint man, man wird nicht ganz satt und isst dadurch soviel – zuviel! – wie nur hineinpasst. Ganz einfach deshalb, da das Sättigungsgefühl wie wir es von der Zivilisationskost kennen, bei Rohkost anders ist. Im Grunde ist die Sättigung bei der Zivilisationskost eher wie ein Überlastungsanzeichen zu sehen. Da der Körper nach einem normalen Mahl überlastet ist, er mehr oder weniger vergiftet wurde und nun der Körper viel Energie braucht, um damit wieder fertig zu werden. Wir haben uns aber an dieses starke Sättigungsgefühl gewöhnt, auch wenn wir uns manchmal danach müde fühlten, schlapp und vielleicht erst mal eine Pause brauchten. Mit der Rohkost ist es ein anderes Sättigungsgefühl und wir müssen uns erst einmal daran gewöhnen. Wir müssen sensibler werden und dann werden wir erkennen wann wir satt sind. Lieber weniger essen, nicht bis wir nicht mehr können. 3 /4 soviel bis man ganz satt wäre, sollte man eigentlich nur essen.
TIPP: Rohkost die am Meisten sättigt Nüsse, Samen, Avocados, Pilze, Wildkräuter, Kokosnuss oder Durian. Mixe mit Wildkräutern, Smothies und mit Avocados.

5. Zahnprobleme

Trockenfrüchte, besonders Datteln werden gerne zuviel gegessen, so damals auch von mir. Dieser Zucker, sonst natürlich und gut, ruiniert die Zähne, da es zu konzentrierte Süße ist. Besser nur sehr wenig Trockenfrüchte essen und lieber in Kombination mit Kräutern und am besten eingeweicht.

Da man davon ausgehen kann, dass jeder Körper, der mit Zivilisationskost ernährt wurde, eher übersäuert, da er voller Schlacken und Giftansammlungen ist, kommt es auch immer wieder vor, dass im Mundraum Säuren hochkommen, wie morgens ja auch die Zunge mit Ausscheidungsstoffen belegt ist, und dies einen sauren und schlechten Zustand im Mundraum ergibt, den wir mit dem benutzen von Zahnpasta auch noch verschlimmern können. Was hilft, ist das Essen von ein paar Wildkräutern, da es den Speichel neutralisieren hilft. Darum ist es auch besser, besonders in der ersten Zeit zu allen Früchten die man isst auch Wildkräuter zu essen.

Durch’s Ausscheiden gibt es manchmal auch Eiterprobleme bei den Zähnen:
Schmerzen unter oder über den Zähnen bedeutet Eiter. Man kann durch Massieren der Stelle den Eiter wieder weg bekommen, aber nur am Anfang. Wenn er dort bereits fest ist, muss man mit Geduld warten, bis der Eiter als Blase aufgeht. Nicht zum Zahnarzt gehen, der nimmt meist den Zahn einfach heraus. Das muss nicht sein. Ein Saftfasten, 2- 3 Tage min., hilft auch das alles schneller und angenehmer abläuft.

6. Ich fühle mich zu dünn

Bei der Umstellung nimmt man leicht einige Kilos ab. Manchmal recht viel, so dass man sich zu dünn fühlt. Ich nahm auch damals einige Kilo ab und wog sogar mal nur noch 39 kg. Wobei ich vorher immer etwas über 50 kg wog. Das ist eigentlich aber auch eine ganz wichtige Vorgehensweise, dass der Körper sich von allen Schlacken und Giften, die sich im Körper befinden, zu befreien versucht.
Wir können leicht mit viel gemischter Gourmet Rohkost, Nüssen, viel Avocados, wieder zunehmen, was wir auch erstmal in der Umstellung machen können, um nicht zuviel und zu heftig auszuscheiden. Aber ganz wichtig ist, viel zu trainieren und keine Angst zu haben, man sei zu dünn. Ich fühlte mich damals auch sehr gut, als ich so dünn war. Klar mochte ich mich nicht so dünn haben, aber mir ging es dabei sehr gut. Ich hatte damals zu wenig Sport gemacht. Darum nahm ich so viel ab. Es ist ganz wichtig, sich einen Plan zu machen, mit verschiedenen Übungen, die man Zuhause durchführt oder man geht ins Fitnesscenter, um Muskeln aufzubauen. Eine Gewichtszunahme durch Muskelmasse ist wichtiger und besser, als eine Zunahme des Gewichts durch erneute Ansammlungen durch Schlacken.

(2) Probleme bei 100% Rohkost

1. Nüsse sind schwer verdaulich

Wenn wir eine Weile 100% Rohkost essen, sollten wir die Nüsse stark reduzieren, oder weglassen. Ebenso die Samen. Sie sind schwer verdaulich und sollten nur mal als Ausnahme gegessen werden, wenn sie reif sind, oder im Winter eingeweicht. Nüsse bilden auch Schleim im Körper und es kann zur Körpertemperaturerhöhung kommen, weil es im Grunde vom Körper nicht gebraucht wird und eher eine Belastung darstellt.

2. Probleme mit schleimbildender Nahrung

Es gibt auch bei der Rohkost Nahrungsmittel, die mehr oder weniger Schleim bilden. Man sollte möglichst auf die schleimbildenden Sachen komplett verzichten um einfach nie mehr laufende Nasen, etc. zu haben. Denn auch mit 100% veganer Rohkost sammelt man wieder Schlacken an, durch z.B. zuviele Samen, Nüsse, Hülsenfrüchte oder rohes Getreide, was man sowieso gar nicht essen sollte.

3. Probleme mit erdigen Stoffen in der Nahrung

Was zum Anfang der Rohkost gut für uns war, müssen wir jetzt noch einmal überdenken und erkennen, das wir einen Reinigungsweg gehen und an dieser Stufe angelangt, sollte man nicht einfach alles zu sich nehmen, sondern die besten Nahrungsmittel aussuchen. Solche, die zu viele mineralische Stoffe enthalten, lassen uns nach und nach versteifen. Da macht es leider keine Unterschiede, ob es sich um organische oder anorganische Nahrungsmittel handelt. So wie der Kalk im Wasser uns verkalken lässt, so belasten uns auch die stark mineralischen Nahrungsmittel der Rohkost.
Wildkräuter sollten nicht in Mengen gegessen werden, aber in Maßen sind sie sehr gut.
Nüsse und Samen haben auch zu viele erdige Bestandteile. Nur mal als Ausnahme, oder selten wäre es nicht so schlimm. Und auf rohe Schokolade sollte man besser ganz verzichten.

4. Probleme mit vermischter Nahrung – Luft im Bauch

Mono essen ist besser! Besonders Früchte nur hintereinander, mono essen. Salat kann man eher vermischen. Aber auch hier gilt, je weniger Zutaten, desto besser.

5. Zuviel essen? Der „nur zwei mal“-Essensplan

Saftfasten:

Morgens nichts essen (man kann etwas trinken, Wasser, destilliert, frisch gepresster Saft, Smothie) ist der beste Weg um ohne Probleme Rohkost geniessen zu können und in Zukunft keine Beschwerden mehr zu bekommen.
Am besten vorher 2-3 Tage Saftfasten. Das sollte man auch immer zwischendurch hin und wieder mal machen.
Dann beginnen:
Erste Mahlzeit> mittags, zwischen 11 und 14 Uhr am besten Früchte (mono)
Zweite Mahlzeit> abends, zwischen 17 und 19 Uhr Salat oder Früchte

Wenn wir meinen, wir müssen immer viel essen, dann ist das kein gutes Zeichen. Außerdem gewöhnt der Körper sich an das zu viele Essen und der Bauch dehnt sich aus. Man muss immer wieder soviel, (zuviel!) Nahrung essen, um wieder diesen Zustand zu erreichen. Man wird staunen, wie wenig eigentlich der Körper braucht, wenn man nur 2 mal am Tag isst und wie wenig Hunger man dann hat. Alles was man darüber hinaus isst, ist zuviel und belastet nur den Körper und lässt wieder Schlackenansammlungen entstehen.

Und nicht vergessen, wir leben nicht vom Essen! Wir brauchen täglich Bewegung. Das ernährt uns, lässt das Qi in unserem Körper stärker fließen und das ist wichtiger als das Essen.

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